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Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg für Manfred Lustig

Verdienter Sportler erhielt Ehrennadel des Landes

Manfred Lustig280pxMosbach.(bx) Mit dem Zitat des römischen Philosophen Seneca „Den Würdigen Anerkennung auszusprechen ist eine sittlich gute Tat“, beschrieb Bürgermeister Michael Jann treffend den Anlass der Feierstunde, die im Mosbacher Rathaus stattfand. Tatsächlich stünde ein „Würdiger“ im Mittelpunkt des Empfangs, denn Manfred Lustig habe seit langen Jahrzehnten die Sportart Karate in unserem Kreis mit geprägt. Er trug und trüge wesentlich dazu bei, dass sich das einstmals negative Image des „brutalen Schlägertyps Karateka“ heute grundlegend gewandelt habe. Mit seiner Tätigkeit als Sportler, Trainer, Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungslehrer vermittle er neben den  sportlichen Kenntnissen auch die wahren Werte des Karate an eine breite Öffentlichkeit. Er fördere nicht nur die rein physischen Grundlagen wie Ausdauer, Koordinationsvermögen, Technik, Kraft oder Schnelligkeit, sondern erleuchte auch überzeugend die Lebensweisheiten und die philosophischen Hintergründe, die hinter der auf dem Zen-Buddhismus basierenden Sportart stünden.


In einem Rückblick seiner Tätigkeiten ließ Jann die Verdienste Lustigs in den letzten 42 Jahren noch einmal Revue passieren. Dabei erinnerte er an die frühe Tätigkeit des Geehrten als Trainer im Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbereich, aus der zahlreiche erfolgreiche Wettkämpfer hervorgingen und die ihm bald den Ruf eines Mannes einbrachten, der neben Kampfsport auch grundlegende positive Lebenseinstellungen vermittle. Seinen Grundsatz „Man kämpft nicht auf der Matte, man kämpft auch im täglichen Leben“ habe er auch in seinem eigenen Leben verwirklicht. Obwohl er selbst einen schweren Schicksalsschlag erlitt, als er ein Bein durch Amputation verlor, habe er sich ins Leben zurückgekämpft und bewiesen, dass sein gelehrtes Motto auch für sein eigene Lebensgestaltung Geltung habe. Weiter ging Jann auf die Gründung zahlreicher Vereine und Trainertätigkeiten in Haßmersheim, Obrigheim, Mosbach und Heidelberg ein, wobei sich das Spektrum der Sportarten immer mehr erweiterte. Daneben sei er an vielen Schulen ein begehrter Lehrer für Präventionsaktivitäten, die besonders Kindern und Frauen die Möglichkeit eröffneten, aktiv und effektiv mit alltäglichen Gewalt- und Bedrohungssituationen umgehen zu können.
Auch seine Verbundenheit mit Japan, dem Ursprungsland des Karate, habe Lustig durch seine Reisen nach Fernost und das Knüpfen zahlreicher Freundschaften bewiesen. Darüber hinaus habe er ein Zeichen für ein gewaltfreies Zusammenleben der Völker gesetzt, als er mit einer Jugendgruppe die Aktion „1000 Kraniche für Hiroshima“ ins Leben gerufen habe. Diese 1000 Papier-Kraniche sandte er an das Friedenskomitee der von dem Atombombenangriff gezeichneten Stadt. Für diese und weitere Verdienste überreichte Bürgermeister Jann die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg mit entsprechender Urkunde an Manfred Lustig, wobei er nochmals dessen besonders hohes Engagement im ehrenamtlichen Bereich würdigte. Diesen ehrenden Worten schlossen sich der Präsident des Karateverbandes Baden-Württemberg Dr. Siegfried Wolf, Werner Broßmann und Rüdiger Bäuerlein von der Präventionsstelle Mosbach des Polizeipräsidiums Heilbronn und der Geschäftsführer des Goju-Ryu Karatebundes Deutschland Wolfgang Bundschuh an, ehe die Feier mit einem Buffet und einem Umtrunk abschloss.