Partnertechniken

kumite

Im Bereich Kumite ist zu unterscheiden zwischen wettkampfrelevanten Partnertechniken und rein auf die Selbstverteidigung bezogenen Formen.

Zum Wettkampfbereich (Shiai-Kumite) gehören:

  • Jiyu-Ippon-Kumite

  • Jiyu-Kumite


Zum Bereich Selbstverteidigung gehören:

  • Yakusoku-Kumite (Kumite-Ura, Nage-Waza)
  • Goshin-Jitzu-Kumite (Freie Abwehr gegen Halten, Stoßen, Würgen)

 

Kihon-Ippon-Kumite als Basis aller Partnertechniken:

Da diese Partnertechniken eine erste Vorstufe sowohl für den sportlichen Wettkampf als auch für die Selbstverteidigungsformen bilden, kommen hier nur abgesprochene Techniken zur Anwendung. Im allgemeinen ist die Ausgangsstellung eine – am Sportkarate orientierte – ruhende Kamaestellung. Die Distanz wird so gewählt, daß der Angreifer mit einem langen Vorwärtsschritt (Zenkutsu Dachi) sein Ziel erreichen könnte, wenn der Verteidiger seine Position nicht verändern würde.


Die auszuführenden Techniken sind:
 

 
 

Angriff
blind

 

Abwehr  blind

 

Konterblind

8. und 7. Kyugrad Jodan Oi-Zuki Jodan Uke Gyaku-Zuki
8. und 7. Kyugrad Chudan Oi-Zuki Chudan Uke Gyaku-Zuki
6. Kyugrad zusätzlich Chudan Mae-Geri Gedan Uke Gyaku-Zuki

Der Verteidiger steht in Heiko-Dachi und geht zurück in Zenkutzu-Dachi.

 


Shiai-Kumite

Jiyu-Ippon-Kumite:

Die auszuführenden Techniken sind identisch mit denen des Kihon-Ippon-Kumite. Als zusätzliche Angriffstechnik kann noch der Mawashi-Geri hinzugenommen werden. Die Art der Ausführung muß aber eine deutliche Steigerung an Intensität und Kampfeswillen erkennen lassen. Die Ansage der Technik entfällt. Die Distanz muß einer realen Wettkampfdistanz entsprechen. Beide Kämpfer sollen sich bewegen. Sobald der Angreifer die für ihn relevante Angriffsdistanz erreicht hat, sollte der Angriff konsequent durchgeführt werden. Die Kontertechnik kann frei – der Situation angepaßt - gewählt werden.

Nach erfolgter Kontertechnik wird die Wettkampfdistanz erneut eingenommen und die nächste Angriffstechnik vorbereitet. Jiyu-Ippon-Kumite wird nur gefordert, wenn das Jiyu-Kumite nicht vorgeführt wird (siehe auch Jiyu-Kumite).


Jiyu-Kumite:

Unter Jiyu-Kumite ist der sportliche Wettkampf nach den Regeln des DKV zu verstehen. Die Kampfzeit wird vom Prüfer festgelegt.

Jiyu-Kumite sollte nur von Personen zwischen 14 und 40 Jahren vorgeführt werden. Bei Kindern, Älteren oder aber Personen, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes eines besonderen Schutzes bedürfen, wird Jiyu-Kumite durch Jiyu-Ippon-Kumite bzw. durch Kihon-Ippon-Kumite ersetzt. Im Einzelfall entscheidet der Prüfer.


Selbstverteidigung

Yakusoku-Kumite:
Yakusoku heißt "ich verspreche". In diesem Fall bedeutet das, daß die vorzuführenden Techniken beiden Partnern bekannt sind. Die nachfolgenden Kumite-Ura-Techniken bzw. Nage-Waza sind also abgesprochene Partnertechniken mit mehr oder weniger starkem Bezug zur Realität.


Kumite-Ura-Techniken:
Diese Techniken sind im Bereich Selbsverteidigung relevant. Die Distanz ist kurz. In der Regel reichen Sanchin-Dachi Stellungen, um den Partner zu erreichen. Auf einen Angriff erfolgt eine Abwehrtechnik mit Konter, die der Angreifer seinerseits wieder blockt und mit einem abschließenden Konter beantwortet. Es existieren 12 fest vorgegebene Partnerübungen. Andere selbst entwickelte Formen, die dem oben beschriebenen Grundmuster entsprechen, sind aber ebenfalls möglich.


Nage-Waza:
Auch diese Techniken sind an realistischer Selbstverteidigung orientiert. Die Partner stehen sich in freier Stellung gegenüber. Die Technik des Angreifers wird geblockt, danach erfolgt eine kurze Schocktechnik mit einem anschließenden Wurf und einer Abschlußtechnik. Auch im Bereich der Nage-Waza existieren 12 vorgegebene Muster. Andere frei entwickelte Formen sind ebenfalls möglich.

Wichtig: Keine Wurftechnik ausführen ohne vorher den Gegner durch einen Konter geschwächt zu haben!


Goshin-Jitzu-Kumite
(Freie Abwehr gegen Halten, Stoßen und Würgen)
Hier soll der Prüfling zeigen, daß er in der Lage ist, auf den Angriff entsprechend zu reagieren. Angriffe und Abwehrtechniken sind dem Prüfling bzw. seinem Partner freigestellt.